
Spendenvoraussetzungen
Plasma spenden kann jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 68 Jahren. Ein Körpergewicht von mindestens 50 kg ist Voraussetzung.
Anmeldung
An unserem Empfang werden Ihre Personalien anhand Ihrer Angaben und des Personalausweises aufgenommen. Bitte bringen Sie bei Ihrem Untersuchungs- und Spendetermin immer Ihren gültigen Personalausweis mit. Wir erstellen ein digitales Foto von Ihnen, um jegliche Verwechslung von vornherein auszuschließen. Ein Fragebogen (Anamnese) bezüglich Ihrer medizinischen Vorgeschichte wird Ihnen zum Ausfüllen ausgehändigt. Außerdem erhalten Sie Aufklärungs- und Informationsbögen, Einverständniserklärung, Ernährungshinweise und eine Datenschutzerklärung.
Blut und Plasma
Blut ist ein eigenständiges Organ und erfüllt spezifische Funktionen:
Transport von: Sauerstoff, Nährstoffen, Eiweißen (Proteinen), Energie (Blutzucker und Fette), Kohlendioxid und giftigen Stoffwechselprodukten
Reparaturmechanismen: Blutgerinnung mit den sogenannten Gerinnungsfaktoren
Abwehr: Transport von Immunzellen, zuständig für die körpereigene Abwehr Die Blutmenge in unserem Körper beträgt ca. 8% des Körpergewichtes, entsprechend einem Blutvolumen von 4,5 bis 6 Litern.
Das Blut setzt sich zusammen aus den Blutzellen (Anteil 45%): rote und weiße Blutzellen (Erythrozyten: Sauerstoff- und Kohlendioxidtransport und Leukozyten: Abwehrfunktion), den Blutplättchen (Thrombozyten: Unterstützung der Blutgerinnung) und einer flüssigen Phase (55%), dem Plasma. Den Volumenanteil der roten Blutzellen zum Volumen des Gesamtblutes in einer Probe venösen oder kapillaren Blutes nennt man Hämatokrit.
Plasma
Das Plasma besteht zu etwa 90% aus Wasser und 7-8% aus Eiweißen, den sogenannten Plasmaproteinen:
Albumine: Mit einem Anteil von 60% hat das Albumin, gebildet in der Leber, zwei wichtige Funktionen: Erstens die Flüssigkeitsverteilung zwischen Blut und Körpergewebe, zweitens den Transport vieler im Blut gelöster Substanzen, die an Albumin gebunden an ihren Bestimmungsort transportiert werden.
Immunglobuline: bekämpfen als Antikörper zusammen mit den Leukozyten Krankheitserreger wie z.B. Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten.
Gerinnungsfaktoren: Die Aufgabe der Gerinnungsfaktoren ist die Blutgerinnung. Zusammen mit den Thrombozyten sorgen sie dafür, dass bei einer inneren oder äußeren Verletzung die Blutung zum Stillstand kommt und die Wunde geschlossen wird. Es gibt Gerinnungsstörungen, wie z.B. die „Bluter-Krankheit“, Hämophilie A und B. Dort fehlen bestimmte Gerinnungsfaktoren, d.h. die Blutgerinnung ist gestört und bei schweren Verletzungen kann es zu unstillbaren Blutungen kommen. Deshalb erhalten die sogenannten „Bluter“ Gerinnungsfaktoren in Form von Medikamenten, die aus Plasma hergestellt werden.
Weitere Bestandteile des Plasmas: Blutzucker (Glucose), Fette (Lipide), Vitamine, Hormone, sowie Salze, bzw. so genannte Elektrolyte (Natriumchlorid, Kalium, Kalzium, Magnesium). Blutplasma kann gentechnisch nicht hergestellt werden, daher ist Ihre Plasmaspende so wertvoll und lebensnotwendig.
Einsatz von Plasmaprodukten in der Medizin
Die aus Blutplasma gewonnenen Präparate werden ausschließlich für schwerstkranke Menschen eingesetzt, wie z.B. Leukämien und -Krebserkrankungen, Abstoßungen nach einer Organtransplantation, Erkrankungen des körpereigenen Immunsystems und Autoimmunerkrankungen.
Bei Leukämie und -Krebserkrankten führt eine Therapie oftmals zu einer Abwehrschwächung, d.h. das Immunsystem wird unterdrückt (=Immunsuppression). Durch die Gabe, der aus Plasma gewonnenen Immunglobuline, wird der Abwehrzustand der Erkrankten und dadurch auch die Heilungschancen und Lebensqualität verbessert.
Wenn die körpereigene Abwehr gestört ist, d.h. die sogenannten Antikörper (= Immunglobuline) fehlen oder in zu geringer Menge vorhanden sind, brauchen davon Betroffene die aus Plasma gewonnen Immunglobuline. Das Immunsystem dieser Menschen wäre ohne die Gabe von Immunglobulinen nicht in der Lage einfache Infektionen abzuwehren, d.h. sie würden ohne Ihre Plasmaspende immer wieder in lebensbedrohliche Zustände gelangen. Auch Erkrankte, bei denen die Erkennung zwischen körpereigenem Gewebe und Erregern, die von außen in den Körper eindringen, nicht mehr funktioniert und dies zur Selbstzerstörung von Gewebe bzw. Organen führt (= Autoimmunerkrankungen), sind auf die Gabe von Medikamenten angewiesen, die aus Plasma hergestellt werden.
Intensivmedizin
Auch in der Intensivmedizin kommt Plasma zum Einsatz. Nach Unfällen und großen Operationen, bei denen es zu starken Blutverlusten kommen kann, schließt Plasma die „Eiweißlücke“, denn die Blutgerinnungsfaktoren im Plasma helfen schnell die Blutungen zu stillen und abzudichten, und die Plasmaflüssigkeit den Blutvolumenverlust schnell wieder auszugleichen.
Blutgerinnungsstörungen
Die bekannteste Blutgerinnungsstörung ist die sogenannte Hämophilie A (Mangel an Gerinnungsfaktor VIII) und Hämophilie B (Mangel an Gerinnungsfaktor IX). Bei diesen Erkrankungen ist die Blutgerinnung gestört. Es gibt in Deutschland zurzeit etwa 10.000 Betroffene. Je nach Schweregrad der Erkrankung leiden die Betroffenen unter großflächigen Blutergüssen, Nachblutungen bei operativen Eingriffen, spontanen Blutungen in die Muskulatur oder Gelenke und Organblutungen. Die Gerinnungsfaktoren werden aus Plasma gewonnen und den Erkrankten als Medikament verabreicht. So können diese, dank Ihrer Plasmaspende, ein weitgehend normales und gesundes Leben führen.
